
Marguerite Donlon - Ballettdirektorin
Marguerite Donlon wurde im irischen County Longford geboren. Zunächst geprägt von traditionellem irischen Tanz, hatte sie erst im Alter von 16 Jahren die Möglichkeit, eine professionelle Ballettausbildung bei Anica Dawson und Dorothy Stevens zu beginnen. Nach dem Abschluss erhielt Marguerite Donlon ihr erstes Engagement beim English National Ballet, London. Als Solistin wechselte sie 1990 zum Ballett der Deutschen Oper Berlin, wo sie mit Tanzgrößen wie Natalia Makarova, Rudolf Nurejew und Sir Kenneth MacMillan zusammenarbeitete. Ihr Repertoire umfasste zahlreiche neben klassischen Partien zahlreiche Werke der einflussreichsten zeitgenössischen Choreografen, darunter Maurice Béjart, William Forsythe, Bill T. Jones, Meg Stuart und Jiří Kylián auftrat.
Seit 2001 ist Marguerite Donlon Ballettdirektorin und Choreografin am Saarländischen Staatstheater. Hier hat sie die Ballettkompanie, die auch als “Donlon Dance Company” firmiert, zu einem angesehenen und gefragten künstlerischen Ensemble geformt, das zu zahlreichen Gastspielreisen in Deutschland, Belgien,Frankreich, Italien, Irland und Luxemburg sowie nach China, Südkorea, Thailand und in die USA eingeladen wurde. Für ARTE produzierte sie zwei Tanzfilme. Marguerite Donlon ist darüber hinaus Initiatorin und Künstlerische Leiterin des Internationalen Tanzfestivals "n.o.w. dance saar", das 2011 zum dritten Mal erfolgreich stattfand. Im Mai 2012 wurde sie als Mitglied des Präsidiums der Bundesdeutschen Ballett- und Tanztheaterdirektoren Konferenz (BBTK) wiedergewählt. Marguerite Donlon ist Trägerin des Saarländischen Verdienstordens und wurde im Sommer 2012 in das Global Irish Network berufen.
Neben ihrer Tätigkeit als Ballettdirektorin in Saarbrücken hat Marguerite Donlon für zahlreiche Ballettensembles rund um den Erdball Choreografien geschaffen, etwa für das Ballett der Wiener Staatsoper, das Nederlands Dans Theater II, das Stuttgarter Ballett, das Ballett der Komischen Oper Berlin oder die Hubbard Street Dance Company Chicago. Im Beckett-Jahr 2006 inszenierte sie zwei Produktionen, die in Luxemburg und bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen gezeigt wurden. Für die Nationaloper und das Nationalballett Korea übernahm sie im Juli 2010 die Inszenierung und Choreografie von Maurice Ravels »L'enfant et les Sortilèges« in Seoul. Im Oktober 2012 wurde ihr jüngstes Werk »Labyrinth of love«, das sie als Gastchoreografin für die renommierte Rambert Dance Company in London kreiert hat, in England uraufgeführt.
Über die Jahre hat Marguerite Donlon eine Vielzahl erfrischender Neuinterpretationen von Ballettklassikern und hochgelobte Uraufführungen kreiert. Für ihre Choreografie »Giselle: Reloaded« wurde die Irin im Frühjahr 2007 für den Prix Benois de la Danse nominiert. Im September 2007 erhielt sie für »Romeo und Julia« eine Nominierung für den Deutschen Theaterpreis Der Faust in der Kategorie "Beste Choreografie". Mit stilistischer Innovation, irischem Humor und der Verbindung unterschiedlicher Kunstformen hat sich Marguerite Donlon zusammen mit ihrer Kompanie einen festen Platz in der deutschen und internationalen Tanzszene erobert.
In der Kritikerumfrage 2012 für das Jahrbuch der Zeitschrift tanz nannte der Autor Hartmut Regitz das Ballett des Saarländischen Staatstheaters/Donlon Dance Company "Beste Kompanie des Jahres" und hob die vorbildliche Breitenarbeit des Ensembles hervor. Davon zeugen die Jugendarbeit, die auf Marguerite Donlons Choreografie »Blue« basierende Umweltaktion »Plastic Ocean« und die Zusammenarbeit mit der Gebärdensprachdolmetscherin Isabelle Ridder für barrierefreie Tanzvorstellungen in der Spielzeit 2012/13.


