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Saarländisches Staatstheater Saarbrücken, 4 kB
Sparte 4
Foto: Iris Maurer

Dagmar Schlingmann - Generalintendantin

Geboren in Kempen am Niederrhein, studierte Dagmar Schlingmann in Köln Theaterwissenschaft, Germanistik und Philosophie. Als Regieassistentin und Dramaturgin war sie u. a. am Schauspiel Köln und am Burgtheater Wien engagiert. Sie begleitete die Arbeit von Regisseuren wie Manfred Karge und Dimiter Gotscheff, bei denen sie auch assistierte. Ab 1986 arbeitete sie als freie Regisseurin unter anderem in Luxemburg, St. Gallen, Köln, Kassel und Saarbrücken (hier: „Baal“, „Macbeth“, „Kasimir und Karoline“ und „Die Wildente“). Von 1998 bis 2000 war sie Schauspieldirektorin am Landestheater Linz, von 2001 bis zum Sommer 2006 Intendantin am Theater Konstanz.

Seit der Spielzeit 2006/2007 ist Dagmar Schlingmann Generalintendantin des Saarländischen Staatstheaters. Seit ihrem Amtsantritt hat sie das Haus so konsequent wie erfolgreich für neue Publikumsschichten geöffnet. Mit der jungen, urbanen Spielstätte „sparte4“, mit Jugendprojekten in allen Sparten, mit renommierten Kooperationspartnern wie den Ruhrfestspielen, den Musikfestspielen Saar, und der Finnischen Nationaloper Helsinki, mit Gastspielen in Metz, Luxembourg und Berlin hat sie zudem eine Vielfalt neuer Angebote etabliert, die das ohnehin breite Vorstellungsrepertoire bereichert.

Viele Klassiker finden sich unter ihren inzwischen zahlreichen Arbeiten, daneben zeitgenössische Stücke und immer wieder Werke von Bertolt Brecht. Ihre Arbeit zeichnet nicht nur die ständige Auseinandersetzung mit den relevanten Themen der Gegenwart aus, sondern immer auch die Suche nach dem theatralischen Ausdruck, nach der Form – wie auch das Denken in größeren Zusammenhängen. Seit 2007 arbeitet sie auch als Musiktheater-Regisseurin mit großem Erfolg.

Ihre Saarbrücker Intendanz eröffnete Dagmar Schlingmann 2006 mit »Brassed Off - Mit Pauken und Trompeten«. In der Spielzeit 2007/08 inszenierte sie  »La Traviata« von Giuseppe Verdi und »Ein Sommernachtstraum« von William Shakespeare, 2008/09 Molières Komödie »Der Menschenfeind« und Gioacchino Rossinis Oper »Der Barbier von Sevilla«. 2009/10 setzte sie Goethes »Faust« und Hebbels »Maria Magdalena« in Szene, die Spielzeit 2010/11 eröffnete sie mit »Hamlet« von William Shakespeare. Im November 2010 erarbeitete sie als Gastregisseurin an der Staatsoper Hannover John Gays »The Beggar's Opera« als Musiktheaterprojekt mit Sängern der Staatsoper und Jugendlichen aus Hannover. In der Saison 2011/12 hat sie Puccinis »Madama Butterfly«, Hauptmanns »Die Ratten« am SST und Brechts »Kleinbürgerhochzeit« am Théâtre National in Luxemburg inszeniert.  Letzteres war als Koproduktion in der Alten Feuerwache zu sehen und ist im Juni 2013 bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen zu Gast .

Im April 2013 hat sie Verdis »Rigoletto« in einer aufsehenerregenden Inszenierung im Weltkulturerbe Völklinger Hütte zur Premiere gebracht. In der aktuellen Spielzeit 2013/14 hat sie Brechts Dreigroschenoper im Theaterzelt inszeniert und Ende November mit Puccinis Tosca das Große Haus mit seiner frisch sanierten Hauptbühne feierlich wiedereröffnet.