Ballett
Vierteiliger Tanzabend mit Werken von Marguerite Donlon, DIE REDNER und Kurt Jooss
43.1 - Über die Mauer
Ballett von Marguerite Donlon
Musik von Wolfgang Amadeus Mozart
Kostüme: Markus Maas
Licht: Fred Pommerehn
Es spielen Mitglieder des Saarländischen Staatsorchesters,
Musikalische Leitung: Christophe Hellmann
response.UN.ability (Uraufführung)
Konzept, Musik und Film von DIE REDNER
Footprints (Uraufführung)
Ballett von Marguerite Donlon
Musik von Barry Guy
Bühnenbild: Cecile Bouchier
Kostüme: Markus Maas
Licht: Fred Pommerehn
Es spielen Mitglieder des Saarländischen Staatsorchesters, Musikalische Leitung: Christophe Hellmann
Der Grüne Tisch
Ballett von Kurt Jooss
Musik von Fritz A. Cohen
Kostüme: Hein Heckroth
Masken und Lichtentwurf: Hermann Markard
Premiere: Samstag, 30. Januar 2010 im Staatstheater
In ihrem neuen Stück „Footprints" unternimmt Ballettdirektorin Marguerite Donlon zusammen mit den Tänzerinnen und Tänzern und einer Gruppe von Menschen über 70 eine Reise zu Kriegserlebnissen der Vergangenheit.
Mit Kriegserlebnissen der Gegenwart beschäftigt sich die Saarbrücker Performance-Gruppe DIE REDNER. Sie thematisiert in „response.UN.ability“ aktuelle Erlebnisse des "Krieges gegen den Terror" und stellt die Frage nach der Verantwortung jedes einzelnen Menschen sowie der unserer Gesellschaft. In die Arbeit sind so unterschiedliche Elemente wie eine Originalrede von Helmut Schmidt, der Bericht eines Augenzeugen der Bundeswehr sowie Filmaufnahmen mit den Tänzern der Company eingeflossen.
Marguerite Donlons neue Choreografie „43.1 – über die Mauer", die beim Festakt zum 3. Oktober 2009 anlässlich der 20-Jahr-Feier zur deutschen Wiedervereinigung vor geladenen Gästen gezeigt wur-de, wird erstmals im Saarländischen Staatstheater einem öffentlichen Publikum präsentiert.
Den Abschluss des vierteiligen Abends bildet eines der berühmtesten deutschen Ballette, Kurt Jooss‘ legendäres und zeitloses Anti-Kriegs-Ballett „Der Grüne Tisch" aus dem Jahr 1932, das im gleichen Jahr in Paris mit dem 1. Preis des Internationalen Choreografie-Wettbewerbs ausgezeichnet wurde. Seitdem wurde es vielfach auf der ganzen Welt aufgeführt. Jochen Schmidt äußerte sich in einer Aufführungsbesprechung im Deutschlandfunk folgendermaßen dazu:
„Das Stück ist tatsächlich so gut wie seine Legende: das Tanzstück des 20. Jahrhunderts schlechthin, nicht nur des Themas wegen, das den Krieg heftig anklagt. Auch seine Gestaltung ist unübetrefflich eindrucksvoll: wie bei einem Holzschnitt, bei dem die Zärtlichkeit und das Mitleid mit den Figuren dem Künstler das Messer geführt haben.“
Pressestimmen:
„Deprimierend? Mitnichten. Donlon geht es nicht um die Illustration von Zerstörung und Schrecken, sie hat eine optimistische, humanistische Botschaft und nutzt die Bühne nicht zur Agitation, sondern zur Sensibilisierung.“
Der Mix aus Live-Musik, Video-Bildern und politischem Wort erwies sich als Glücksfall: originell, anspruchsvoll, visuell berauschend. (...) Dass Donlon dieser unkonventionellen Arbeit das Tor zum Großen Haus aufstößt, verdient als programmatische Positionierung höchsten Respekt. Nach dieser exzellenten Leistung am Samstag gar Jubel. (zu „response.UN.ability“)
Donlon (...) integriert Laien in die Company, lässt Kriegserlebnisse über Band einspielen, baut eine Brücke zwischen den Generationen. Diesen „versöhnlichen“ Ansatz spiegelt das geradezu zärtliche Bemühen der jungen um die Senior-Tänzer, die sie an der Hand nehmen oder aufrichten. Das Stück spielt im ominösen Grau des Gedächtnisdunkels, passend dazu die fabelhaften „immateriell“ wirkenden Kostüme von Markus Maas. Eine bühnenbreite Reihe von Stühlen (Bühne: Cecile Bouchier) symbolisiert die Außenwelt, in die Bomben einschlagen. Die Alten richten sie wieder auf. Getragen das Bewegungstempo, melancholisch die Komposition „After the rain“ von Barry Guy, die das Staatsorchester unter Leitung von Christophe Hellmann vorzüglich interpretiert.
Überhaupt ist dieses Ensemble eine reine Freude, beweist, dass sich Beseeltheit mit technischer Perfektion vereinen lässt.
Cathrin Elss-Seringhaus, Saarbrücker Zeitung
Berührender kann Kunst kaum sein - der Applaus wollte nicht enden!
Packend ist „Footprints“: Fünf saarländische Zeitzeugen balancieren mit ihren spannenden Lebensgeschichten zwischen 17 großartig agierenden Tänzern (...)
„Der Grüne Tisch“, wetlbekannter Klassiker von 1932, fesselt zum Abschluss in acht Szenen als getanzter Stummfilm. Ganz große Klassse!
Angelika Brinkmann, BILD Saarland
Marguerite Donlon transferiert Tanz zur politischen Kunst. (...)Die zwei Uraufführungen, das „Redner-Projekt“ und das historische Werk von Jooss entheben sich des Elends und entwerfen eine hoffnungsvolle Vision. Eine äußerst emotionale, gelungene Premiere.
Boris R. Lensch, Saartext Saarländischer Rundfunk
Das Saarbrücker Performance-Ensemble "Die Redner" inszenierte in einer Mischung aus gefilmten Tanz, Musik, Reden und Berichten einer Ärztin, die im Afghanistan-Krieg Dienst schob ihren beeindruckenden Beitrag zum Thema Krieg und Frieden(...)Ganz große Klasse – allein dafür lohnt sich der Besuch dieses Tanzabends.
Marguerite Donlon setzte mit der Uraufführung ihrer Choreographie Footprints noch eins drauf. Sehr dicht und expressiv erzählen die Tänzer und Zeitzeugen von den Bombennächten Saarbrückens im zweiten Weltkrieg. Donlon wagt es, den Tänzern Senioren, also Laien-Tänzer, zur Seite zu stellen – und die Rechnung geht auf. Ein starkes Stück, das über die Traumata und seelische Verletzungen der Kriegsgeneration erzählt.
"Der Grüne Tisch" von Kurt Joos. Eine ganz andere Körpersprache – grazil und elegant. Ein Totentanz zur eindringlichen Klaviermusik von Fritz A. Cohen.
Barbara Grech, SRonline