Der große Blöff / Entfernte Kusinen
von Felicia Zeller
Inszenierung: Daniela Kranz
Bühnenbild und Kostüme: Jutta Burkhardt
Uraufführung - Auftragswerk des Saarländischen Staatstheaters
Premiere am Sonntag, 16. Mai 2010 in der Alten Feuerwache
Felicia Zeller, deren preisgekröntes Stück "Kaspar Häuser Meer" im März 2009 in der sparte4 Premiere hatte, erarbeitet für die Alte Feuerwache ein Projekt, das mit dem Spielzeitthema des Staatstheaters "Demut und Größenwahn" korrespondiert. Über eine familiäre Verbindung gelangte Felicia Zeller in Besitz einer noch unveröffentlichten Handschrift aus dem Umfeld Carl Zuckmayers, eine nicht vollendete Hochstaplergeschichte ("Der große Blöff ") im Stile des Zuckmayerschen "Hauptmanns von Köpenick". "Der große Blöff" ist ein Exposé über den Sozialtypus "Hochstapler" und seine bereitwilligen Opfer, ausgezeichnet durch die Zerrissenheit der blöffschen Figuren, die Seligkeit wie Verzweiflung gleichermaßen in sich tragen.
Felicia Zeller rekonstruiert diesen theaterhistorischen Fund in all seiner Widersprüchlichkeit für die Bühne. Die Hochstapelei scheint dabei wie das Theater selbst der Spiellust, der Gier nach Erfolg und dem Sinn für Improvisation zu gehorchen. Der Sicherheitsabstand zwischen Phantasie und Wirklichkeit verschwimmt in Zellers sprachakrobatischer Stückaneignung in des Meeres und der Liebe Wellen …
Es entsteht so eine hochkomische Reflexion über das Theater und das Leben, ein schillerndes Kaleidoskop unserer Zeit, in der jeder mehr sein will als er ist, und die Frage nach dem, was wahr ist, was erfunden, in schwindelerregende Regionen getrieben wird.
Besetzung
Gisela Meinbrecht, Dramaturgin: Klaus Meininger
Felicia Zeller, Autorin: Katrin Aebischer
Winnie-the-Pooh Zuckmeyer, Enkelin des Schriftstellers Carl Zuckmeyer: Hans-Georg Körbel
Gitta Heinz, Schauspielerin: Gertrud Kohl
Hiltrud Heller, Wirtin der Pension "Freunde des Lichts": Saskia Petzold
Marion Kragen-Haufen, Hochstaplerin und Gast: Nina Schopka
Hans Wiedehopf, Dramatiker und Gast: Johannes Schmidt/Pit-Jan Lößer
Heringskönig: Boris Pietsch
Anderer, Dichter und Gast: Andreas Anke
Pressestimmen
"Den Schauspielern hat’s offensichtlich Spaß gemacht, […] sie laufen zu Hochform auf. Und das Saarbrücker Publikum hat über diese Mischung von Klamauk und höherem Witz sozusagen auf mehreren Ebenen lachen können und wollte am Ende mit dem Beifall gar nicht aufhören."
Rainer Petto, www.nachtkritik.de
"Viel Doppelbödigkeit und Entlarvung: Felicia Zellers ‚Der große Blöff/Entfernte Kusinen‘ zeigt dem eitlen Kulturbetrieb und der menschlichen Leichtgläubigkeit eine lange Nase. […] Eine köstliche Parodie!"
Silvia Buss, Saarbrücker Zeitung
"Das Schauspielensemble spielt ausdrucksstark und schießt seine Verse direkt und bissig wie Pfeile über die Bühne."
Carolin Risch, Saartext




